Freitag, Juni 29, 2007

Zweisam einsam im Regenwald...

jo, endlich mal wieder kurze meldung vom anderen ende der welt!
heute vor einer woche ist kerstin auch eingetrudelt, und wir haben das wochenende in quito verbracht. ich mit durchfall, sie mit sonnenbrand.
aber uns hats nicht lange in der hauptstadt gehalten. die galapagosreise ist ja schon gebucht, und wir hatten jetzt also 1 1/2 wochen zeit, das land ausserhalb quitos kennenzulernen. nach einigem hin und herueberlegen haben wir uns dann fuer den regenwald entschieden.
also am montag morgen ab zum busterminal und in den ersten bus richtung misahualli - einem 700 einwohnernest mitten im regenwald. die fahrt alleine war schon interessant: wir mussten einen 4050m-pass ueberwinden und dann gings quasi nur noch bergab. schoen mit suedamerikanischem radio, so laut aufgedreht, dass selbst der lauteste ipod nicht dagegen ankam. es ging auch alles gut, wir hatten diesmal einen von den ruhigen fahrern erwischt, die nicht unbedingt mit 120 den berg runterheizen und in den serpentinen ueberholen. nein, alles cool. bis wir an eine stelle kamen, wo die strasse von einem erdrutsch bedeckt war. im bus wurde angeregt diskutiert, was der fahrer jetzt wohl machen wuerde, um uns heute noch nach misahualli zu fahren. mmh. lateinamerikanische gelassenheit. der fahrer raus, tuer zu, so dass wir nicht rauskamen! aber man bleibt halt locker. der entgegenkommende verkehr bestand aus grossen lkws, die wohl aus dem regenwald kamen. und die hatten es wohl eilig, nach quito zu kommen. denn ploetzlich fing einer von denen an, mit seinem truck immer wieder vor und zurueck in den erdhaufen zu brettern. unter tosendem applaus schaffte er es dann auch auf unsere seite. und unser fahrer natuerlich gleich hinterher, mit anlauf durch den erdhaufen. yeah, und wir waren drueben!
abends dann angekommen, haben wir uns gegen die tropische-schwuele hitze erstmal ein bier genehmigt und den affen auf dem marktplatz beim essenklauen zugeschaut. schnell noch ne 2-tagestour in den dschungel gebucht, und ab ins bett unters moskitonetz. am naechsten morgen - ohne besonders viel schlaf - gings dann los: gummistiefel bekamen wir von pepe, dem angesehensten tourveranstalter in misahualli, wasser und so mussten wir natuerlich mitnehmen. enrique war unser guide. der alte fuchs. das abenteuer begann mit einem 5-stuendigen marsch durch primaerurwald. total krass. tiere gabs leider nicht so viele zu sehen, weil die indios affen zu ihrer leibspeise erkoren haben und die viecher sich lieber etwas weiter in den wald zurueckgezogen haben. dafuer aber satt erklaerungen von enrique. und das war wirklich mal dschungel! mit machete bewaffnet gings relativ langsam vorwaerts. mittagspause an einem bach. nachmittags kamen wir an eine huette, in der wohl der mann von der nichte von enriques onkel oder so aehnlich lebt. originale pfahlhuette am fluss. das war auch gleichzeitig unser nachtlager. gekocht wurde auf feuer, gebadet im fluss und mit sonnenuntergang um 7 war dann auch nachtruhe angesagt, weils auch keinen strom gibt. am naechsten morgen gehts dann auch bei sonnenaufgang weiter. und enrique und der vater der familie haben sich mal maechtig ins zeug gelegt, denn der plan war, mit einem floss den fluss hinabzufahren. wir sind ueber den fluss, und die beiden gesellen haben kurzerhand 6 balsabaeume gefaellt, geschaelt und zum fluss geschleppt. irgendwie zusammengebunden, verknotet, sitzbank draufgemacht, und ab gings! drei stunden sind wir so - enrique und der vater als steuermaenner - den fluss runtergefahren. supernett. mitten durch den urwald. und natuerlich mit nasser buchse, aber das machte in dem moment nun wirklich nix aus... irgendwie schon ein kleines abenteuer...
eine nacht sind wir noch in misahualli geblieben, dann gings gestern wieder ins hochland. jetzt sind wir in otavalo, der hauptstadt des kunsthandwerks und erkunden von hier aus mal die umgebung mit so lagunen und so.
so, kerstin hat sich schon aufgemacht, um einen kaffee zu schluerfen, den brauche ich jetzt auch!
bis bald!

Dienstag, Juni 19, 2007

Einmal Kolumbien und zurueck

liebe leute! ich befinde mich also tatsaechlich in meine letzten woche in quito! dann kommt meine bessere haelfte und wir werden durch die gegend reisen. wird auch zeit, dass ich aus dem moloch mal rauskomme...
heute habe ich dann auch in echt die reise zu den galapagos gebucht! sehr geil: fuenf tage "kreuzfahrt" (so wirds genannt, hat aber mit der aida oder so weniger zu tun; das boetchen ist eher eine nussschale), danach noch drei tage aufe insel. mit seeloewen schwimmen, lonesome george besuchen (eine riesenschildkroete in der charles darwin station; der letzte seiner art, und verschiedene naturschutzorganisationen haben 100.000 dollar darauf ausgesetzt, dass ein verwandter von george gefunden wird; natuerlich gibt es aber noch andere arten riesenschildkroeten auf den galapagos), iguanas (mir faellt grad der deutsche name dieser dinosaurier nicht ein), kondore und was weiss ich noch fuer viecher sehen. seeehr cool...
tja, ansonsten habe ich letztes wochenende die kaelteste und wohl auch langweiligste stadt ecuadors mit ein paar freunden besucht: tulcan. grenzstadt zu kolumbien. schweinekalt, auf 3200 m gelegen. gut, mit dem winter in deutschland hat das natuerlich nix zu tun. wenn ich sage kalt, dann meine ich so 15 grad, hehe. und von dort sind wir auch einmal rueber nach kolumbien zu so ein paar thermalbaedern gefahren. und ich dachte, die grenze waere schwer bewacht und wo weiter. schliesslich kommen die drogenmafia-guerrillas aus kolumbien auch mal ab und zu nach ecuador um da "nach dem rechten zu sehen", einfach ein paar leute zu erschiessen oder den oertlichen gouverneur mit ein paar tausendern zu bestechen, damit die kumpanen wieder ausm knast kommen. aber nix! zwei soldaten haben uns durchgewunken. natuerlich habe ich auch keinen stempel in den pass bekommen :-( wenn mal jemand von euch zufaellig nach ecuador kommen sollte: tulcan ist den besuch nicht wert. mein reisefuehrer sagt: "langweilig. das einzig interessante ist der friedhof." und das stimmt. der friedhof ist wirklich sehenswert. ganze busladungen von kolumbianern kommen dort an, nur wegen dem friedhof! das kommt daher, weil das gruenzeug meisterlich in form von so indianischen figuren gestutzt ist. fotos gibts nicht. ich hatte nur meine nichtdigitale kamera dabei... auf dem rueckweg von der grenzstadt tulcan nach quito kam dann sogar ein drogenkontrolleur vorbei. und ich als einziger gringo war ihm natuerlich ein dorn im auge. ich sass ganz hinten. ohne den rest der leute auch nur anzugucken kam er auf mich zu: "ausweis. wo kommen sie her?" ich sach: "aus deutschland." und denke: "kannse nicht lesen?" bis mir einfaellt, moment, der meint wahrscheinlich wo ich gerade im moment herkomme. aber meine sitznachbarin tania rettet die situation: "aus tulcan." das war dann auch die drogenkontrolle. nix mit gepaeck checken oder so. dass ich in kolumbien war weiss ja keiner, hehe. aber die kontakte zu diversen drogenbaronen sind geknuepft! ich eroeffne eine exklusive filiale in essen, hahahaha.
was gibts sonst noch? ich plane gerade meinen abschied von meinem freund sam. und solín (moechtegern-kampftrinker und maradonna-double) droht mir damit, dass er seinen geburtstag in quito feiern will und fuer 10 tage hier bleibt! wenn sichs in die reiseplaene einbauen laesst, komme ich natuerlich vorbei. schliesslich ist er auch extra fuer meinen geburtsag nach quito gekommen... meine papis (das sagt man so in ecuador) sind auch aus deutschland wieder eingetrudelt mit einem haufen fotos, die ich mir bei gelegenheit mal ansehe.
also liebe heimat, bald hast du mich wieder! natuerlich mit einem lachenden und einem weinenden auge, wie es wohl immer so ist. die naechsten neuigkeiten kommen dann von kerstin und mir!

Montag, Juni 11, 2007

Neuigkeiten

hehe, endlich kann ich auch sagen, dass ich in suedamerika war. erinnert ihr euch an den spruch: wer nicht beklaut wurde, war auch nicht in suedamerika?
gestern bin ich ein bisschen mit dem bus gefahren. und da stand also ein aelterer mann neben mir. ueber seinem arm trug er eine jacke. er kam mir auch irgendwie immer naeher. aber koerperkontakt ist in den bussen hier mal sowas von normal. deshalb habe ich mir auch nix dabei gedacht. und der fahrer schien es auch eilig zu haben. das ist dann ziemlich unangenehm, weil man sich an den haltestangen festkrallen muss, um nicht durch den ganzen bus zu fliegen. wie gesagt, ich habe mir also nix dabei gedacht, dass der freundliche herr mir naeher kam. als er dann ausstieg, klopfte er mir auch noch auf die schulter. ich dachte mir, jo, was fuern netter kerl. kaum war die tuer zu, setzte mein reflex ein, nach meinen sachen in den taschen zu fuehlen. jo, handy war wech. und der bus schon wieder in fahrt. und das ist nicht einer von den bussen, wo man aussteigen kann wann man will, sondern der ist so aehnlich wie eine strassenbahn und faehrt nur haltestellen an. also sah ich meinem handy nach und habe mich tierisch aufgeregt. ich dachte, ist denn in diesem land an jeder ecke ein dieb? typisch deutsch halt. aber dann habe ich gedacht, du bist in suedamerika, tranquilo! aendern konnte ich es eh nicht mehr. und teuer war das schaetzeken auch nicht. heute bin ich dann auch gleich los, um mir ein neues zu holen. also, das selbe nochmal. schliesslich bin ich hier mit sam und co nur ueber handy in kontakt. ich brauchte es. die nummer habe ich behalten, allerdings sind die gespeicherten nummern natuerlich weg. jetzt warte ich also darauf, angerufen zu werden....
morgen zeige ich in der uni im "kino" das leben der anderen fuer alle deutschklassen. eigentlich wars nur fuer meine kleinen kurse gedacht, aber gut, ich habe das "kino" bekommen und also platz satt. den film habe ich in astreiner raubkopiequalitaet fuer 1,50 gekauft, hehe. mal sehen, wer so aufschlaegt. interesse besteht auf jeden fall, aber in zwei wochen sind examen und die studenten und ich sind uns in einem punkt sehr aehnlich: alles auf den letzten druecker machen! deshalb herrscht eine leicht panische atmosphaere. aber es kommt bestimmt jemand! hab schon ueberlegt, eintritt zu nehmen. nein, scherz. eine raubkopie vorfuehren und dafuer eintritt nehmen, darauf steht selbst hier eine strafe, die sich nicht grossartig von lebenslaenglich unterscheidet ;-) viele gruesse an die heimat! bald bin ich schon wieder da!

Montag, Juni 04, 2007

Lang nix mehr gehoert, wa?

tja, aber ich lebe noch. und verbringe mein leben damit, brauner zu werden und es mir nicht zu langweilig werden zu lassen. das mit dem brauner werden waere eigentlich kein problem. wenn die sonne mal oefter scheinen wuerde... irgendwie sind wir im sommer, aber das wetter will noch nicht so. also einen tag sonne, den anderen regen. aber die dosis reicht trotzdem fuer einen germanen, um innerhalb von 2 stunden einer gamba aehnlich zu sein.
und das mit der langeweile ist auch nicht so das problem. ich habe halt noch meine 4 stunden deutsch (in der woche) und nehme jetzt nachmittags eine stunde spanisch in einer sprachschule, um noch ein wenig anleitung zu haben. ausserdem habe ich eine neue studentin, die gerne den testdaf machen moechte, um in deutschland studieren zu duerfen. und der helfe ich jetzt fuer die naechsten drei wochen bei der vorbereitung.
ausser quito habe ich immer noch nix neues kennengelernt, dafuer aber die interessantesten plaetze in quito: die reggaeton-hoelle und das koktelitos. also, von vorne. am 24. mai (ich kann mich so gut an das datum erinnern, weils hier ein nationalfeiertag ist) war ich mit ein paar studenten raus. nachmittags gings los mit bier. der plan war, bowling spielen zu gehen. gut, hab ich mir gedacht. die koennen eh nur mit den kinderkugeln spielen, haben also keine chance ;-)
irgendwann gegen abend wollten wir eine shawarma (also doener) in der besten bude der stadt essen. rein. leider gabs keine plaetze mehr. der kellner schubste uns weiter richtung treppe. und was gabs im keller??? eine astreine "disko". ob der laden den namen disko verdient hat, bleibt jedem ueberlassen, der ihn gesehen hat: stockdunkel, nur ein strobolicht erhellt das grauen der 2x2 m grossen tanzflaeche. da haben wir uns erstmal hingesetzt und eine pipa bestellt. nach zwei minuten sorgte der strobo fuer ein gefuehl, nun ja, so zwischen bewusstlosigkeit und trance. und natuerlich blieb es mir nicht erspart, einen schnellkurs fuer den tanz auf diese unsagbare musik zu bekommen. der einzige "gringo" im laden. wie immer zwei koepfe groesser als der rest. ich kam mir auch gar nicht beobachtet oder so vor. der halbe laden ist in gelaechter ausgebrochen. aber ich habe mich tapfer geschlagen und weiter "getanzt"... aber nach zwei stunden hatte ich dann genug und bin gefluechtet. nassbeschwitzt und um eine erfahrung reicher: tanzen auf diese suedamerikanische mukke werde ich nie lernen.
jo, der zweite interessanteste ort ist gleichzeitig meine neue geschaeftsidee fuer deutschland: der koktelitos. cocktails to go. da waren wir am freitag. wir sind die neue studentin, eine freundin von ihr, tom (der belgier ausm hostal) und ich. der abend lief ruhig an. bier im papaya.net. danach habe ich das mongos vorgeschlagen, wo es ausser essen erstklassige cocktails fuer 99 ct gibt. das stichwort cocktails liess aber die idee entstehen, zum koktelitos zu gehen, was ich bisher nicht kannte. da tom und ich das bier bezahlt hatten, wollten die maedels die cocktails kaufen. sie bestellten in der bude ohne tische und stuehle aber nur zwei. also bestellte ich auch noch einen ruso blanco. etwas ueberrascht war ich dann ueber die groesse der getraenke. sie kamen weder im becher, noch im glas, sondern in flaschen von ca. 1 liter!!! das mit den zwei cocktails fuer vier leute hatte also seinen sinn... nun hatten wir drei! pro stueck 3 dollar. da kann man doch nicht meckern, oder? da es kalt war und man alkohol nicht auf der strasse trinken darf, sind wir zu einer pizzeria gegangen, die einer freundin von den maedels gehoert. diese pizzeria hatte um halb elf den ofen abgestellt und die musik aufgedreht. war mehr eine bar als alles andere. dort durften wir dann auch trinken. und drei von den teilen fuer vier personen waren dann doch ein bisschen viel. wir haben uns in diskussionen ueber gott und die welt verstrickt, wie das halt so ist. es war aber sehr lustig. der naechste morgen nicht so...
naja, ansonsten lebe ich halt so vor mich hin. nix aufregendes. mal ein bierchen trinken gehen, mal was essen und so. deswegen habe ich auch schon laenger nicht mehr geschrieben.
ausserdem hab ich neue technik entdeckt: twitter.com. ihr koennt also wenn ich mal kein bock habe, viel zu schreiben, auf dieser seite rechts sehen was ich so mache, wenn ich keinen blog schreibe. und ich war mal wieder beim friseur. der kerl ist super, das was er so zustande bringt nicht so. aber gut. ich kann damit leben. die ecuatorianer glotzen mich so oder so an. ich fuehre das nicht auf meine frisur zurueck...