Montag, April 16, 2007

Spanisch fuer Fortgeschrittene



moin zusammen! endlich mal wieder was neues aus der stadt, indem man keine russfilter kennt!
seit donnerstag bin ich also teilnehmer eines spanischkurses an einer der unis hier. und das mit dem "fuer fortgeschrittene" nehmen die auch mal woertlich! es riecht nach arbeit, was aber auch total okay ist. schliesslich habe ich dafuer bezahlt...
ausserdem bin ich jetzt bei marias eltern untergekommen.
also keine langen vormittage mehr mit kaffee und buch in der haengematte... natuerlich ists aber so besser. ich fuehle mich sehr wohl im neuen haus!!!
gestern haben wir mal wieder einen spontanausflug gemacht. also die eltern, andres, die tante alicia (frag mich nicht, wie man das richtig schreibt) und ich. nach ambato und baños, 2 stunden suedlich von quito. und ich hatte das vergnuegen, neben der ruestigen tante zu sitzen. und da ist mein spanischkurs fuer fortgeschrittene weitergegangen. denn von den 2 stunden autofahrt hat sie wohl 1h 55min gesprochen. sie wollte alles von mir wissen, hat mir von den wucher-wuerstchenpreisen am koelner dom erzaehlt (sie war schon da) und nebenbei eine einfuehrung in ecuadorianische landeskunde gegeben. zu jedem dorf, das wir durchfuhren, gabs von rechts also eine geschichte. "hier wohnen die sangolqui (oder so). ihre normale kleidung ist: weisse hose mit schwarzem poncho. in der regel sind sie sehr gewalttaetig und boesartig." das war so eine geschichte, als wir in ein dorf kamen, in dem ueberhaupt nix los war, und die sehr friedlich aussehenden indios in ihren ponchos auf der strasse rumliefen und sich unterhielten. ob ich der guten das glauben soll...
auch auf die gefahr hin, dass ich den kontakt und alle freundschaften zu saemtlichen weiblichen lesern dieses blogs sofort verliere, erzaehle ich euch auch die folgende geschichte. in ambato sind wir in ein restaurant eingekehrt, denn wir hatten schmacht. und was gabs zu essen (ich trau mich kaum, es auszusprechen): meerschweine. ich sage bewusst "schweine", weils fuer die bezeichnung "schweinchen" nicht mehr reichte. riesenviecher! dreimal so gross wie die, die ich so aus gefangenschaften in deutschland kenne! also haben wir jeder ein stueck mit kartoffeln bestellt. anfangs dachte ich, jeder kriegt ein ganzes, aber die groesse der tiere, die ihre runden am spiess drehten, hat mich dann doch verbluefft. und ich war der glueckspilz des tages, denn mein stueck war noch mit nierchen versehen!!! die habe ich dann bereitwillig an die tante abgetreten, die es einfach nicht fassen konnte, dass ich keine meerschweinchennieren esse. okay maedels, verzeiht mir, dass ich diese jahrtausendealte indiotradition ausprobiert habe! ich werde - einmal zurueck in deutschland - eure meerschweinchen auch nicht anfassen!
nebenbei gabs eine einfuehrung der tante in die ecuadorianische gastronomie. wie nennt man kartoffeln mit sosse, auf ein salatblatt gebettet, und wie heissen sie ueberraschenderweise, wenn man das salatblatt weglaesst und so. hoert sich schlimmer an als es war. es war sehr lustig! schliesslich wollte sie von uns beiden gringos (andres und mir) sogar 5 $ pro neuem wort haben!!! unverschaemt ;-)
in baños blieb andres und mir dann nicht mehr so richtig viel zeit. wir mussten noch mit dem bus zurueck nach quito, denn heute hatten wir beide uni. aber das staedtchen ist schon nett, eingerahmt von bergen, unter anderem dem tungurahua, einem ziemlich aktiven vulkan, der staendig asche spuckt. hier gibts einen bericht ueber den letzten ausbruch. beeindruckend! von dem vulkan konnte ich leider keine bilder machen, da der gipfel nur ab und zu aus den wolken hervorguckte. andere bilder folgen!



uebrigens war die busfahrt gestern auch spannend. trotz "ley seca", dem "trockenen gesetz" zwei tage vor, dem tag waehrend und einem tag nach wahlen waren ein paar stockbesoffene mit von der partie. also: gestern war volksabstimmung, ob es eine institution geben soll, die eine neue verfassung erstellt. und seit freitag gabs im ganzen land keinen tropfen alkohol, nicht im supermarkt, nicht in bars. das hat wohl damit zu tun, dass man mit einem klaren kopf waehlen gehen soll. trotz des verbots hat der eine oder andere fahrgast wohl ein bierchen zuviel getrunken. einer hat sich sogar in voller fahrt - und wenn ich volle fahrt sage, dann meine ich mit 100 sachen bergab durch serpentinen - mit dem geldeinsammler gepruegelt! aber statt den guten auf offener strecke rauszuschmeissen wurde er weiter mitgenommen! natuerlich musste er sich von saemtlichen damen des busses boese blicke und nicht ganz so feine worte gefallen lassen. aber dann war alles wieder gut!

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